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Wer soll das bezahlen?

50 Milliarden zur Krisenbewältigung

 

„Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ ein Sprichwort, welches viele von uns seit Kindheitstagen kennen. Eine Weisheit, die oft von Älteren an Jüngere weitergegeben wird und mit der sich viele – auch ich – gut identifizieren können. Und die aktuelle Krise ist so eine Not.

 

Die Gefahr, dass viele hunderttausende Jobs verloren gehen, tausende Betriebe zusperren müssen und das Gesundheitssystem kollabiert, ist real. Dem entgegen stehen nun mindestens 50.000.000.000 (Milliarden) Euro, die rein zur Krisenbewältigung aufgebracht werden. Unterm Strich bleiben zumindest 21 Milliarden Euro an Schulden im Budget 2021, die als Defizit verbucht werden und in Zukunft zurückgezahlt werden müssen. Gerade mir als jungen Menschen bereiten solche Zahlen große Sorgen, obwohl mir und uns allen klar sein muss, dass es diese Investitionen braucht, um auf mein eingangs formuliertes Sprichwort zu replizieren. Faktum ist aber, dass wir junge Menschen und wahrscheinlich auch die Generationen nach mir, sich an diesem Schuldenberg abarbeiten müssen. Umso wichtiger ist es meines Erachtens, bereits jetzt an die Zeit des Hilfestopps zu denken. Beobachtet man allerdings die gegenwärtige Situation befürchte ich, dass dieser Stopp nicht so einfach vonstattengehen wird: „Handelsunternehmen wollen Republik klagen“ titelte die Kleine Zeitung am 15. November. Traurig, dass in der aktuellen Situation vielfach nicht mehr darüber nachgedacht wird, dass es hier um freiwillige Zuschüsse und unser aller Geld geht, sondern vielmehr ist der Neid dem anderen zu groß. Meines Erachtens ist dies Gift für die Gesellschaft, welches sich erst gar nicht durchsetzen darf.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Maximilian Schmierdorfer (Mittwoch, 25 November 2020 12:42)

    Toller Beitrag lieber Dominik ��

    Wenn man bedenkt, dass auf der ganzen Welt, nur wenige Länder keine bzw eine minimale Verschuldung haben und bei den meisten Staaten die Verschuldung stetig steigt, dann droht und früher oder später der finanzielle Kollaps � Die Jugend von heute muss sich also nicht nur um die Klimapolitischen Folgen, den Welthunger, Müllprobleme, Armut usw. kümmern sondern auch die Schulden von heute tragen � Was ist deine Meinung zu diesem Thema bzw. glaubst du dass man den finanziellen Kollaps noch stoppen kann?

    Lg
    Max

  • #2

    Dominik Kutschera (Mittwoch, 25 November 2020 23:28)

    Danke für dein Feedback, lieber Max!
    Ich gebe dir zu 100% recht, die junge Generation wird viele Herausforderungen zu meistern haben. Alleine in Österreich wird der demografische Wandel (2050 über 1,1 Millionen Pensionisten) nur schwer zu stemmen sein, wenn wir am aktuellen Generationenvertrag festhalten wollen.
    Zu deiner Frage bezüglich des finanziellen Kollaps: Ich glaube, dass es zur aktuellen Zinslage (Stichwort Negativzinsen für den Bund), zumindest nicht der schlechteste Zeitpunkt für die Aufnahme von Fremdkapital ist, allerdings in dieser Höhe werden wir dieses nicht so schnell zurück zahlen können und da wirds problematisch. Denn wer kennt schon die Zinspolitik in 10, 20 oder 30 Jahre? Weltweit gesehen wird es wohl bei einigen Staaten ohne Schuldenschnitt nicht gehen. Zur Verdeutlichung unserer aktuellen Staatschulden empfiehlt sich ein Blick auf die Übersicht: https://staatsschulden.at/
    Abschließend würde ich sagen, dass es viele kluge junge Menschen gibt, die unsere Zukunft und die Gesellschaft positiv beeinflussen werden. Ich bin ein grenzenloser Optimist und glaube, dass wir die großen Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam lösen können.
    Liebe Grüße,
    Dominik